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Nur Mut! So traust Du Dich mehr...

„Ob das gut geht?“ „Das klappt doch sowieso nicht!“ Schleichen solche Gedankengänge ab und zu durch Deinen Kopf? Dann stehst Du Dir und Deinem Ziel vielleicht öfter im Weg, als Du denkst. Werde mutiger … Wie, verrate ich Dir jetzt!

Nur Mut, Trau Dich!

Auf einen Blick:

  1. Mut bedeutet nicht, gar keine Angst zu haben, sondern wichtige und gesunde Ängste von irrationalen unterscheiden zu können.

  2. Hör' auf Deinen Bauch und folge ihm. Er ist manchmal mutiger als der Kopf und weiß, dass manch empfundene Bedrohung eigentlich eine Chance ist.

  3. Hast Du Angst vor Fehlern? Dann befreie Dich davon und lege Dir eine gesunde Fehlerkultur zu. So wirst Du erfolgreicher.

„Du kannst/ sollst/ darfst doch nicht … !?“

Mut ist mehr als die reine Abwesenheit von Angst. Aber genau die spielt für uns als Urinstinkt eine wesentliche Rolle. Sie soll uns vor Gefahren schützen. Diese haben heute eher selten etwas mit dem Überleben, wohl aber mit unserem Leben und seiner Ausgestaltung zu tun. So haben sieben von zehn Arbeitnehmern Angst vor der Kündigung[1] – selbst wenn sie innerlich initiativ schon darüber nachgedacht haben. Der Job gibt (scheinbare) Sicherheit. Du hast monatlich Dein Geld auf dem Konto und Du musst Dich der Angst vor Armut nicht stellen, die fast genauso viele Menschen verspüren[2]. Deine Existenz ist gesichert. So mancher Arbeitnehmer verharrt deshalb in einem Job, der ihn nicht erfüllt.

Solange die Angst also größer ist als unsere Motivation, wird sie uns im Weg stehen.

Als kleines Männchen sitzt sie auf unserer Schulter und sagt uns, was wir alles nicht können, sollen oder dürfen, weil:

  • es schief geht,
  • andere daran gescheitert sind,
  • Du keinen Weg siehst,
  • andere es nicht verstehen oder gutheißen,

Diese Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen – auch mit den Argumenten Deines Männchens. Oft ist das Risiko aber nicht halb so groß, wie wir es anfangs empfinden und so mancher Sprung ins Ungewisse stellt sich später als Segen heraus.

Doch wie überspringen wir die innere Hürde? Wie werden wir mutiger?

Gerade hierbei erinnere ich mich, wie ich mich sehr mulmig gefühlt habe, eine Person mit fünf bis sieben Stunden am Tag für mich arbeiten zu lassen. Ich hatte noch nie solch hohe Kosten und bewegte mich darum direkt auf Neuland zu. Ganz viele bohrende Fragen kreisten in meinem Kopf. Kann ich mir das leisten? Wird die Person es so gut machen wie ich? Wie kommt ein neues Gesicht bei meinen Kunden an. Es fiel mir nicht leicht, ich hatte Angst, ob alles klappt.

Heute freue ich mich sehr, dass ich diesen – für viele unsicheren – Schritt gegangen bin, da es besser läuft, denn je! Mein Mut zu investieren und Neues zu probieren zahlte sich umgehend aus. Heute stelle ich mir eher Fragen, wie: Wie konnte ich es mir nicht leisten in Mitarbeiter zu investieren? Was können meine Leute sogar besser machen als ich? Warum war ich nicht schon eher bereit diesen Schritt zu gehen? Und vor allem: Wobei werde ich in Zukunft früher mutiger sein, das Ungewisse zu versuchen?

Mutkultur – Sicherheit als kultureller Faktor

Der niederländische Kulturwissenschaftler Geert Hofstede suchte für das internationale Management Merkmale, mit denen er Kulturen vergleichen konnte. Das Ergebnis: die Kulturdimensionen, die noch heute zum Einsatz kommen. Eine davon ist die Unsicherheitsvermeidung – oder anders gesagt: Wie viel Sicherheit braucht ein Angehöriger dieser Kultur? Der deutschsprachige Raum und vor allem Deutschland gehört zu eher unsicherheitsvermeidenden Kulturen, sichtbar an unseren zahllosen Gesetzen und Regularien, aber auch an dem vielfältigen Angebot von Versicherungen. Wir machen gern Pläne, je detaillierter, umso besser, weil sicherer.

Teil dieser Dimension ist auch eine kaum ausgeprägte Fehlerkultur oder anders gesagt: Fehler dürfen nicht passieren – theoretisch jedenfalls. Scheitern ist verpönt, das Potenzial, daraus zu lernen, wird oft verkannt. In Deutschland sollen die Dinge am besten gleich vom ersten Versuch an perfekt sein. Dieser Perfektionismus ist jedoch für eine gelingende und effektive Fehlerkultur dysfunktional.

Wir springen nicht gern ohne Netz und doppelten Boden, ohne genau zu wissen, wo wir landen. Dabei tut auch manche Bruchlandung gar nicht so weh, wie wir vorher dachten. Und die meisten Bruchpiloten merken schnell: Auch ein Fehlstart kann auf dem Weg zum Ziel durchaus hilfreich sein. Mutiger werden bedeutet also auch, unser kulturelles Programm zu erkennen und ein Stück weit zu modifizieren.

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Seien Sie Ihr eigener Mut(ich)macher

Veränderungen machen Angst, sind aber auch Deine Chance. Ergreife sie – in Deinem Tempo, mit Deinen Zielen und Deiner Leidenschaft.

  1. Motivation ist (fast) alles. Neben echter Leidenschaft schrumpfen Ängste zusammen wie Schneeinseln in der Märzsonne. Du willst Dein Ziel unbedingt erreichen. Zapfe also Deinen Elan an und verwandele ihn in Mut.
  2. Angst schrumpft, Mut wächst. Angst und Mut sind relativ zueinander. Schrumpft die Angst, wächst der Mut automatisch. Am besten schrumpfst Du sie, indem Du sie logisch und mit einem Schuss Kreativität betrachtest. Drehe Deine Ängste, Deine „was wäre, wenn“-Szenarien und sortiere irrationale Bedenken aus. Am Schluss ist der Berg auf ein Hügelchen zusammengeschrumpft, das Du locker erklimmen kannst.
  3. Veränderung als Chance. Kündigen? Ohne neuen Job? Das geht nicht? Einschneidende Veränderungen werden greifbarer und positiver, wenn Du Dir Deine Zukunft detailliert ausmalst. Wohin willst Du und wie kommst Du dorthin? Vertraue in Deine Fähigkeiten, Dein Wissen, mache konkrete Pläne – und steige dann auch wirklich aus. Der Schritt erscheint so längst nicht mehr so riesig wie am Anfang.
  4. Kopf gegen Bauch. Höre auf Ihr Bauchgefühl. Vielleicht kennt es ja den Weg zum Ziel, von dem der Kopf behauptet „das geht nicht“. Unser Bauch ist unser Instinkt, unsere Intuition und ein sehr guter Ratgeber, wenn wir wirklich hinhören. Hat er ein gutes Gefühl, solltest Du es annehmen und in Mut verwandeln.
  5. Babysteps. Es muss nicht immer gleich der Sprung vom 10-Meter-Brett sein. Spring' doch erst einmal vom Rand und Du wirst sehen, das Wasser trägt Dich. Das tut es auch vom 1- und schließlich vom 10-Meter-Brett und von allen Brettern dazwischen. Mit jedem Sprung wächst Deine Selbstsicherheit, Dein Mut. Und plötzlich ist das quasi unmöglich erscheinende Unterfangen in greifbare Nähe gerückt.
  6. Ich darf scheitern! Erlaube Dir Fehler. Fehler sind ein normaler Teil des Lernprozesses. Niemand kommt ganz ohne aus und sie sind weder peinlich, noch schlecht. Im Gegenteil: Sie sind eine gute Chance zum Lernen. Also erlaube Dir Fehler, lerne daraus und gehe Deinen Weg unbeirrt weiter.
  7. Vertraue Dir. Du bist ein wertvoller Mensch mit Talenten und Fähigkeiten. Aber vertraust Du Dir auch? Oft stellen wir unser Licht unnötig unter den Scheffel. Das neue Projekt ist wie für Dich geschaffen? Dann melde Dich dafür! Was Du jetzt noch nicht kannst, lernst Du einfach im Verlauf. Der neue Kunde ist ganz wichtig? Du habst genügend Erfahrung, um ihn umfassend zu betreuen. Nutze sie! Mache einfach ein inneres Assessment und traue Dir ruhig zu, was Du wirklich kannst.

Unterm Strich …

Wie mutig wir sind, bestimmt vor allem unsere kulturelle und familiäre Prägung. Die kannst Du aber auch überwinden für Ziele, die es Dir wert sind. Definiere Mut für Dich neu – und positiv. Du wirst erstaunt sein, was Du erreichst! Im Nachhinein wirst Du Dich sogar fragen, warum Du nicht schon eher mutiger warst, sobald Du die scheinbar große Herausforderung gemeistert hast. Du kennst dieses Gefühl bereits! Let’s do it!



Über den Autor

Florian Ilgen

Seit 13 Jahren faszinieren Dr. Florian Ilgen die effektiven Möglichkeiten digitaler Wachstumsstrategien. Er befähigt so ambitionierte Unternehmer mehr Umsatz zu generieren. In seinen inspirierenden Vorträgen lernen Führungskräfte internationaler Großkonzerne, wie sie zu Machern werden.