Lesezeit: 13 Minuten

Visionen, TrÀume, Ziele: Wie man schneller ans Ziel kommt. Ein Interview

Braun gebrannt, schlank, mit dunkler Jeans und blauem Hemd entspricht Florian Ilgen so gar nicht dem Stereotyp eines Doktors der Chemie. Nur seine roten Socken deuten den »verrĂŒckten Professor« an, der in den Augen mancher in ihm steckt. Denn der WahlmĂŒnchner ist Entertainer, der seine Zuseher mit Suggestion, Gedankenlesen und Wissen inspiriert.

Visionen, TrÀume, Ziele - Wie man schneller ans Ziel kommt

Entertainer, Keynote Speaker, Gedankenleser, Wissenschaftler, Mentalist. Florian Ilgen lebt viele Rollen. Damals noch Chemiestudent, hat er wĂ€hrend einer Reise die Macht des Unterbewussten kennengelernt. Die Themen Gedankenlesen, Suggestion, Hypnose faszinierten ihn so sehr, dass der heute 37-JĂ€hrige neben seiner Doktorarbeit an VortrĂ€gen und Shows zu arbeiten begann. Dabei hat er perfektioniert, was in jedem von uns steckt: »Gedankenlesen kann jeder, nur lĂ€sst es nicht jeder zu. Das Unterbewusstsein kann durch Mimik, Gestik und die Stimme erspĂŒren, was unser GegenĂŒber denkt«, stiehlt er dem Zauber die Show. Intention ist ein anderer Begriff fĂŒr Gedankenlesen, die wir von Babys und Tieren kennen, jedoch als Erwachsener – vor allem MĂ€nner – gerne unterdrĂŒcken.

Dabei kann man das Unterbewusstsein auch austricksen: »Wenn ich ein paar Worte im Dialekt meines GegenĂŒbers ins GesprĂ€ch einfließen lasse, wird dessen Unterbewusstsein darauf reagieren und Verbundenheit und Vertrauen wahrnehmen. Es erkennt: Diese Person versteht mich, ihr kann ich in einer wichtigen Situation vertrauen«, lĂ€sst Florian Ilgen in seine Arbeit blicken.

Die rosarote Brille zeigt den Weg

Doch wie kam der Chemiker dazu, seinen Traum vom Entertainment zu seinem Leben zu machen? Dazu brauchte er einen Traum. „NĂ€chtliche TrĂ€ume, der Verarbeitungsprozess des Unterbewusstseins, und TagtrĂ€ume können Impulse fĂŒr KreativitĂ€t und Ziele geben“, spricht der Wissenschaftler in ihm. Gefördert wird das beispielsweise durch SpaziergĂ€nge, wie auch Tschaikowski, Beethoven und Haruki Murakami schon wussten. »Ein Traum ist ein romantisches Wunschdenken, etwas kindlich und nostalgisch. Ganz ohne konkrete GrĂ¶ĂŸen«, erzĂ€hlt der Gedankenleser. Doch in Richtung Umsetzung kommt ein Traum nur, wenn er in einem konkreten Ziel formuliert wird.

Florian Ilgen beispielsweise hatte den Traum, zwei Stunden tĂ€glich in die Vorbereitung auf VortrĂ€ge zu investieren. Zwei Stunden, in denen das Telefon dreimal lĂ€utet, vier SMS eingehen, Durst, Hunger und sonstige BedĂŒrfnisse ablenken. »Viel kraftvoller ist die Formulierung, einen Vortrag zu entwickeln, der 50 Mal jĂ€hrlich gebucht wird und woraus sich 50 FolgeauftrĂ€ge ergeben. Konkret, weil quantitativ und qualitativ messbar und klar.« Der Mentalist beginnt in dem MĂŒnchner CafĂ© auf einer Serviette zu zeichnen: »WĂ€hrend der Zeit, die man sich fĂŒr die Erreichung eines Ziels gibt, kann man in kleineren AbstĂ€nden prĂŒfen, ob man auf Kurs ist.« Denn der Weg ist fĂŒr Florian Ilgen ganz klar nicht das Ziel, sondern eben nur dessen Fundament.

Dazu mĂŒsse ein Ziel im PrĂ€sens, in der Ich-Form, positiv und mit messbaren GrĂ¶ĂŸen und konkreter Zeit formuliert werden. Anstatt: »Ich erwirtschafte keinen Verlust« könnte ein Ziel so lauten: »Im Jahr 2017 erwirtschafte ich einen Umsatz von 150.000 Euro.« Positiv deshalb, weil das Gehirn das Wort nicht nicht verarbeiten kann und die selbsterfĂŒllende Prophezeiung wissenschaftlich erwiesen ist: »Ich erwirtschafte einen Verlust, kĂ€me da im Gehirn an. Was negative Folgen haben kann, denn den Körper kann man ĂŒber Gedanken steuern. Muskeln reagieren auf Gedanken. Das wissen Spitzensportler, erfolgreiche EntscheidungstrĂ€ger und Top-Manager.« Und Gedankenleser Florian Ilgen.

Die Spitze der Pyramide

Über Zielen steht die Vision. »Die Vision ist das Wichtigste, sie zeigt, wofĂŒr wir stehen wollen, was unsere Werte sind und woran uns andere erkennen sollen«, beschreibt Florian Ilgen. »Wenn ich hohe soziale Werte habe und mir Familie das Wichtigste ist, dann wird sich ein berufliches Ziel wie zum Beispiel eine internationale Karriere unterordnen mĂŒssen.« Aber worin unterscheidet sich eine Vision von der TrĂ€umerei? Eine Vision ist nicht romantisch, sie ist auf Erfolg ausgerichtet und ist die Vorstufe zur Handlungsanweisung.

Die Vision des WahlmĂŒnchners ist beispielsweise eine maximale Anzahl von Menschen mit seinen Shows zu begeistern. Dazu ist es hilfreich, die Vision beispielsweise durch eine Collage zu visualisieren. Auf welchen BĂŒhnen will er stehen, wie viele Personen will er pro Jahr erreichen, in welchen Talkshows will er sprechen? »Ich will berĂŒhmt sein ist ein Hollywoodtraum. Von einer Vision profitieren andere Menschen: Ich möchte meine Zuschauer ĂŒber Magie und Suggestion Unterhaltung und Nutzen bieten.« Das hat Kraft.

Hausgemachte Erfolgsverhinderer

Es gibt Menschen, die haben TrĂ€ume, Ziele und Visionen. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, sie zu verwirklichen. »Wer Visionen wahr machen will, muss einfach immer wieder aufstehen, beharrlich und diszipliniert sein. Er muss reflektieren und ĂŒberlegt handeln«, bringt Florian Ilgen seine Erfahrung aus dem Coaching mit ein. Wenn man ein sich wiederholendes Muster entdeckt, sollte man wissen, welche Frage man stellt. »Warum?« richtet sich in die Vergangenheit, enthĂ€lt einen Vorwurf und verlangt eine Rechtfertigung. Diese Frage ist nicht an der VerĂ€nderung der Zukunft interessiert.

Ganz im Gegensatz dazu die Frage »Wozu«. Sie orientiert sich an der Zukunft. Wozu wĂ€hlt man immer wieder falsche Partner? Vielleicht, um seinen Eltern zu beweisen, dass sie in der Erziehung versagt haben? Warum hat man keinen Erfolg? Weil man seine Zeit lieber auf Facebook statt mit seinen Schritten zur Zielerreichung verbringt. Aber wozu lĂ€sst man sich ablenken? Weil die Eltern immer ĂŒber Kapitalisten hergezogen sind, Werte durch SĂ€tze wie »Geld verdirbt den Charakter« geprĂ€gt haben. Das »Wozu« entlarvt den Grund der Selbstmanipulation. »Das Schöne daran ist, dass man eine Entscheidung treffen kann.

Will man seine Vision vom Erfolg den Werten seiner Eltern unterordnen? Wir haben die freie Wahl, und das ist toll!« Will ich weiterhin an meinen Eltern hĂ€ngen und ihnen die Verantwortung fĂŒr mein Leben geben oder erfolgreich sein, eine Familie ernĂ€hren können, ArbeitsplĂ€tze schaffen und einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten? Hat man eine Vision, kann die Visualisierung derselben inspirieren, leuchten und aktivieren, wenn man auf Stopper stĂ¶ĂŸt. »Hindernisse testen nur deine Überzeugung.

Mithilfe einer Vision kann man sich wieder in die Situation von damals versetzen: Weshalb und mit welchem Ziel habe ich mich damals verpflichtet? Durch das ZurĂŒckversetzen in diese Stimmung kann man die HĂŒrde nehmen, die den Weg verbaut«, macht Florian Ilgen Mut.

  • Kostenlos fĂŒr Selbstentwickler: Die Macht der Intuition - Das Hörbuch

    Sichere Dir jetzt das Hörbuch zu dem Bestseller Buch "Die Macht der Intuition"! Was ist Intuition, wie steigern wir sie und wie nutzen sie optimal?

    Mit dem Hörbuch lernst Du es und profitierst effektiver von Deiner Intuition, indem Du bessere Entscheidungen triffst.

    Privat wie beruflich.

    Hole es Dir heute fĂŒr 0 statt 22 Euro!

Ängste weglachen

Ganz anders bei Ängsten. »Es ist wichtig, ĂŒber unsere Schatten zu springen. Wir reden uns Dinge ein, doch wenn wir dran bleiben, können wir GlaubenssĂ€tze durchbrechen«, ist er ĂŒberzeugt. Seiner Erfahrung nach am besten ĂŒber Neugierde und Lachen. Wer Angst vor Spinnen hat, sollte sie sich mit bunten Gummistiefeln an den FĂŒĂŸen vorstellen, ĂŒber sie lernen, sie im Zoo beobachten, vielleicht sogar eine angreifen. Systematische Desensibilisierung nennt das die Psychologie.

Florian Ilgen selbst hat Höhenangst. In seinem letzten Urlaub hat er sich dieser Angst gestellt. Von einer Sprungplattform ließ er sich an ein Seil gebunden ĂŒber eine Schlucht baumeln. WĂ€hrend derselben Reise ist er von einem Felsen ins Meer gesprungen. »Durch das ausgeschĂŒttete Adrenalin konnte ich danach gar nicht anders als lachen«, erzĂ€hlt er. Sein Respekt vor der Höhe ist noch vorhanden, doch kennt er die Belohnung, wenn er es wagt, die Komfortzone zu verlassen.

Zur Person

Der geborene Lindauer Florian Ilgen liebte bereits als Jugendlicher naturwissenschaftliche FĂ€cher. Deshalb siedelte er nach MĂŒnchen, um Chemie zu studieren. Als er nach einem Praktikum in Australien den Kontinent mit dem Rucksack bereiste, lernte er einen Kanadier kennen, der ihm eine neue Welt öffnete: die Intuition und Magie.

Florian Ilgen faszinierten die Themen Hypnose, Suggestion, Körpersprache und er begann, neben seiner Doktorarbeit und seiner Coachingausbildung, sich Wissen in diesen Bereichen anzueignen. Seit zwölf Jahren wandelt er nun gleichermaßen in den Welten der Logik und Intuition, motiviert mit VortrĂ€gen zu VerĂ€nderung innerhalb der Digitalisierung und Intuition ĂŒber die Grenzen Europas hinaus jĂ€hrlich knapp 100.000 Menschen.

Sein Buch “Die Macht der Intuition” wurde ein Bestseller. Bei Amazon kann man es fĂŒr 22 Euro kaufen. Das aktuelle Hörbuch dazu gibt es HIER kostenlos.

Zitate von Florian Ilgen, Mentalist und Keynote-Speaker:

»Gedankenlesen kann jeder, nur lĂ€sst es nicht jeder zu. Das Unterbewusstsein kann durch Mimik, Gestik und die Stimme erspĂŒren, was unser GegenĂŒber denkt«

»Wenn ich ein paar Worte im Dialekt meines GegenĂŒbers ins GesprĂ€ch einfließen lasse, wird dessen Unterbewusstsein darauf reagieren und Verbundenheit und Vertrauen wahrnehmen. Es erkennt: Diese Person versteht mich, ihr kann ich in einer wichtigen Situation vertrauen«

„NĂ€chtliche TrĂ€ume, der Verarbeitungsprozess des Unterbewusstseins, und TagtrĂ€ume können Impulse fĂŒr KreativitĂ€t und Ziele geben“

»Ein Traum ist ein romantisches Wunschdenken, etwas kindlich und nostalgisch. Ganz ohne konkrete GrĂ¶ĂŸen«

»Viel kraftvoller ist die Formulierung, einen Vortrag zu entwickeln, der 50 Mal jÀhrlich gebucht wird und woraus sich 50 FolgeauftrÀge ergeben. Konkret, weil quantitativ und qualitativ messbar und klar.«

»WĂ€hrend der Zeit, die man sich fĂŒr die Erreichung eines Ziels gibt, kann man in kleineren AbstĂ€nden prĂŒfen, ob man auf Kurs ist.«

»Die Vision ist das Wichtigste, sie zeigt, wofĂŒr wir stehen wollen, was unsere Werte sind und woran uns andere erkennen sollen.«

»Wenn ich hohe soziale Werte habe und mir Familie das Wichtigste ist, dann wird sich ein berufliches Ziel wie zum Beispiel eine internationale Karriere unterordnen mĂŒssen.«

»Ich will berĂŒhmt sein ist ein Hollywoodtraum. Von einer Vision profitieren andere Menschen: Ich möchte meine Zuschauer ĂŒber Magie und Suggestion Unterhaltung und Nutzen bieten.«

»Wer Visionen wahr machen will, muss einfach immer wieder aufstehen, beharrlich und diszipliniert sein. Er muss reflektieren und ĂŒberlegt handeln«

»Das Schöne daran ist, dass man eine Entscheidung treffen kann. Will man seine Vision vom Erfolg den Werten seiner Eltern unterordnen? Wir haben die freie Wahl, und das ist toll!«

»Hindernisse testen nur deine Überzeugung. Mithilfe einer Vision kann man sich wieder in die Situation von damals versetzen: Weshalb und mit welchem Ziel habe ich mich damals verpflichtet? Durch das ZurĂŒckversetzen in diese Stimmung kann man die HĂŒrde nehmen, die den Weg verbaut«

»Es ist wichtig, ĂŒber unsere Schatten zu springen. Wir reden uns Dinge ein, doch wenn wir dran bleiben, können wir GlaubenssĂ€tze durchbrechen«

Über den Autor

Florian Ilgen

Seit 13 Jahren faszinieren Dr. Florian Ilgen die effektiven Möglichkeiten digitaler Wachstumsstrategien. Er befĂ€higt so ambitionierte Unternehmer mehr Umsatz zu generieren. In seinen inspirierenden VortrĂ€gen lernen FĂŒhrungskrĂ€fte internationaler Großkonzerne, wie sie zu Machern werden.