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Leidenschaft – Was das Wollen mit Veränderung zu tun hat

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Ihr ganzer Körper kribbelt? Wenn Sie förmlich übersprudeln vor Elan? Wenn die Vorfreude auf das Erreichen des Ziels Sie durch alle Untiefen auf dem Weg dahin treibt? Das ist Leidenschaft. Lesen Sie jetzt, wie Sie die in sich (neu) entdecken – und warum Sie sie suchen sollten.

Auf einen Blick:

  1. Wer mit Leidenschaft (s)einer Aufgabe nachgeht, hat nicht nur mehr Spaß daran, sondern ist auch erfolgreicher.
  1. Jeder kann seine Leidenschaften entdecken und leidenschaftlicher werden. Ein Selbst-Assessment kann hier ungeahnte Potenziale zutage fördern.

3. Leidenschaft ist ein Teil unserer Suche nach dem Sinn im Leben. Ihr nachzugehen, erfüllt Sie nachhaltiger als jeder externe Anreiz.

Auf der Suche nach dem Sinn …

 

… nicht unbedingt des Lebens selbst, aber in ihrem Leben sind wohl die meisten Menschen. „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt …“, stellt eine nicht unbekannte Werbung fest – und hat damit in vielerlei Hinsicht Recht, wie unter anderem eine brandaktuelle Studie der IMAS [1] zeigt. Hier gaben zwei von drei der Befragten an, dass der Sinn ihrer Arbeitstätigkeit gleich nach der Sicherheit des Arbeitsplatzes rangiert.

 

Die Zeiten von „ich arbeite irgendwas, Hauptsache es bringt Geld“ sind für viele Menschen also vorbei. Warum also nicht das nutzen, was Ihnen Spaß macht, um an Ihrem (beruflichen) Erfolg zu feilen? Ich selbst stehe gern auf der Bühne. Ich liebe es, Menschen zu inspirieren, zu sehen wenn der Funke überspringt und ich Zuschauer so begeistern kann. Genau deshalb bin ich gut in meinem Job.

 

Fragen Sie sich also, was Sie antreibt. Spüren Sie Ihrer inneren Leidenschaft nach. Sie sind nicht der große Redner? Vielleicht haben Sie aber Spaß daran, komplexe Zusammenhänge zu erforschen, mit (durch Sie wachsenden) Zahlen zu jonglieren oder Teil der grünen Bewegung in der Wirtschaft zu sein.

 

Instrinsische Motivation

 

Als intrinsische Motivation bezeichnet die Wissenschaft die Motivation, die im Individuum selbst liegt. Sie lässt sich nur sehr bedingt von außen beeinflussen. Im Gegensatz zu extrinsischen Motivatoren wie Bonuszahlungen, Beförderungen oder Firmenwagen baut die intrinsische Motivation auf dem eigenen Selbstverständnis auf oder darauf, dass das Individuum etwas aus Spaß an der Sache tut.

 

Die intrinsische Motivation ist also ein Erfolgsfaktor, der in Ihnen liegt. Sie müssen ihn nur anzapfen. Weil sie von innen kommt, überwindet diese Motivation viel leichter Hindernisse, denn Sie wollen diese Hindernisse meistern. Deshalb ist sie auch die ideale Basis für Veränderungen.

 

Plötzlich wird aus dem „Du musst“ ein „ich will“. Widerstände schrumpfen subjektiv, weil Sie sich nicht mehr ständig selbst motivieren müssen oder Anreize von außen brauchen. Sie brennen für das, was Sie tun und sind bereit, alles zu leisten, um Ihre Aufgabe zu erfüllen.

Leidenschaft: Mut zur Veränderung

Leidenschaft bei Kindern: Wenn Kinder in Ihrem „Flow“ sind und ihrer Leidenschaft nachgehen, können Erwachsene in Bezug auf Fehlerkultur und konstruktive Perfektion noch etwas lernen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie ich im Flow bin, wenn ich für etwas brenne. Wenn es um ein neues Projekt, einen neuen Vortrag oder eine Show geht und der Funke der Leidenschaft überspringt, zündet die Rakete. Plötzlich kommt die Motivation von ganz alleine. Man findet Lösungen, wo man zuvor nicht im Ansatz einen Weg sah. Man ist dadurch kreativer. Die Zeit vergeht wie im Flug und die Effizienz schießt nach oben.

 

Interessanter Weise wirkt man mit der richtigen Leidenschaft auf Mitmenschen extrem charismatisch und bekommt dadurch viel öfter einen Gefallen erwiesen. Wem helfen wir eher? Menschen mit einem Warum. Wer leidenschaftlich ist, hat meistens ein sehr starkes Warum.

 

Der Kickstart zum Wandel

 

Klingt alles ganz einfach, oder? Wenn da bloß nicht der besagte Schweinehund wäre … Haben Sie ihn einmal vom Sofa geschubst, kommt er dank intrinsischer Motivation auch so schnell nicht wieder drauf auf Ihre innere Couch. Nur manchmal krallt er sich anfangs noch ziemlich in die Polster. Was dann?

 

Dann lassen Sie Ihren Schweinehund am besten von der Couch treten. Manchmal braucht es einfach den Austausch mit anderen Menschen oder ein Aha-Erlebnis und plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Wo eben noch ein dickes, faules Fabelwesen lümmelte, entsteht plötzlich der Weg, den Sie gehen wollen. Sie haben konkrete Ideen für den Wandel, freuen sich auf diesen Weg und glühen vor Vorfreude. Und wann schubsen Sie Ihren Schweinehund von der Couch?

 

Werden Sie leidenschaftlich(er)!

 

Sie suchen den Weg zu Ihrer Leidenschaft noch? Mit diesen fünf Tipps klappt es bestimmt:

 

1. Wie statt was. Sie mögen Ihre Aufgabe und erfüllen sie gern. Aber wirklich brennen können Sie dafür nicht? Dann fragen Sie sich, was das Feuer löscht, was Sie aktiv tun können, damit Ihre Aufgabe Ihnen mehr Spaß bereitet. Sind es andere Arbeitsmittel? Ein anderes Arbeitszeitmodell? Eine andere Methode?

 

2. Leidenschaft oder etwas, das Leiden schafft … Sie suchen Ihre Passion noch? Dann notieren Sie drei Dinge, die Sie hervorragend können und drei Dinge, die Sie brennend lieben. In der Schnittmenge der Beide finden Sie Ihre wahre Leidenschaft.

 

3. Spielen Sie. Kinder spielen noch ganz intuitiv und deshalb mit Leidenschaft. Lernen auch Sie wieder das Spielen – ohne Angst vor Konsequenzen. Probieren Sie aus, fragen Sie, seien Sie neugierig wie ein Kind. Mit diesem Stück positiver Naivität gewinnen Sie auch eine gute Portion Leidenschaft zurück.

 

4. Nicht schämen, machen. Was die Anderen dann bloß von mir denken? Das ist doch völlig egal. Sie wollen sich mit Ihrer Aufgabe, Ihrem Ziel wohl fühlen. Die Experimente auf dem Weg dahin sind nicht peinlich, sondern wichtig und notwendig und im besten Fall erfüllend und zielführend.

 

5. Normal fatal. Brechen Sie aus gewohnten (Denk)Mustern aus. Lassen Sie die Gedanken kreisen und denken Sie auch da weiter, wo Sie im ersten Moment vielleicht meinen: „Das ist doch verrückt.“ Auch Verrücktes kann Sie erfüllen – und erfolgreich machen, weil es auf den zweiten Blick gar nicht so verrückt, sondern durchaus realistisch ist.

[1] http://imas.at/images/imas-report/2018/14_Arbeitssinn.pdf

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