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Das Märchen vom freien Willen – Wenn die Wahrnehmung mit uns durchgeht!

So wie die meisten Menschen schätze auch ich es, meine Entscheidungen frei zu treffen. Generell haben wir alle das Bestreben, frei zu entscheiden. Und dennoch treten genügend Situationen auf, in denen wir unsere Entscheidungen nicht frei treffen und sogar unsere Wahrnehmung beeinflusst werden kann.

 

Letztens war ich mit einer Freundin bei einem schicken Japaner und gegen Ende des Essens fragt der Kellner nach einem Dessertwunsch. Als meine Begleitung sich nicht entschlussfreudig zeigte, bat sie ihm um eine Empfehlung. Ein Alarmsignal macht sich bei mir bemerkbar und ich lausche gespannt. Der Kellner spricht seine Empfehlung aus und betont, dass diese Nachspeise von den meisten Gästen genommen und geschätzt würde. Ich musste süffisant lächeln. Nachdem sich meine Freundin für eben diese Empfehlung entschied und schon sehr darauf freute, werfe ich noch einen Blick in die Nachspeisekarte. Dabei stelle ich fest, dass wir gerade von einem sehr guten Verkäufer bedient wurden. Natürlich ist die Empfehlung mit Abstand die teuerste Nachspeise. Mein Lächeln wird stärker und ich finde es spannend, dass diese kleinen Spiele mit dem Unbewussten fast immer funktionieren. Nicht nur beim Verkaufen.

 

Der Vorteil dieser Empfehlungsmethode ist, dass der Nachtisch auch tatsächlich besser schmecken wird – subjektiv zumindest. Weil er den anderen auch so gut geschmeckt hat. Massenkonformität kommt hier zu tragen und verändert im nächsten Schritt unsere Wahrnehmung. Dieses Phänomen der beeinflussten Wahrnehmung war für Forscher so interessant, dass sie folgende äußerst verblüffende Studie dazu anstellten:

Freier Wille: Wahrnehmung vs Wirklichkeit im Weinexperiment

Das Weinexperiment: Unsere Wahrnehmung lässt sich durch Glaubenssätze auf neuronaler Ebene nachweislich beeinflussen.

Testpersonen wurden zu einer „Weinverkostung“ in einem Gehirnscanner (funktioneller Magnetresonanztomograph, fMRT) eingeladen und sollten Aussagen bezüglich der Güte zweier Weine treffen. Diese wurden den Probanden über Schläuche kredenzt. Bei den Weinen handelte es sich um einen günstigen und einen teureren Wein.  Wie zu erwarten war, sagten die Tester aus, dass der teure Wein besser schmecke als der günstige und auch der Magnetresonanztomograph sprach die gleiche Sprache. Der teure Wein löste bei den Probanden eine Aktivierung des Dopaminzentrums aus, dieses leuchtete sichtbar auf. Dopamin ist das Hormon der Vorfreude und Motivation. Dieser Effekt war bei dem günstigen Wein fast nicht wahrzunehmen.

 

Klarer Fall… könnte man meinen. Erst nach dem Experiment wurden die Teilnehmer darüber aufgeklärt, dass sie zweimal den gleichen Wein verkosteten. Alleine die veränderte Erwartungshaltung ist so stark, dass Areale in unserem Gehirn mehr oder weniger Glückshormone ausschütten können.

 

Dieses Konzept wirkt nicht nur auf das Empfinden der Güte eines Weines, sondern kann sogar die Leistungsfähigkeit von Personen verbessern. In einem weiteren Test wurde den menschlichen Versuchskaninchen vor dem Lösen von Rätseln ein Energy-Drink verabreicht, dem das Preisschild nicht entfernt wurde. Ob Sie es glauben oder nicht: Die Rätsellöser, die einen relativ teuren Energy-Drink hatten, lösten signifikant mehr Rätsel, als diejenigen mit dem günstigeren Getränk.

 

Die oben beschriebenen Versuche beinhalten das psychologische Konzept des Primings. Hierbei wird ein Einfluss auf die Wahrnehmung und die Weiterverarbeitung eines Reizes durch einen zuvor gegebenen externen Impuls untersucht. John Bargh von der Yale University ist Experte auf dem Gebiet des Primings und hat diverse Studien hierzu veröffentlicht.

 

Heute weiß man durch diese Studien, dass sich Menschen in Abhängigkeit der zuvor gelesenen Worte schneller oder langsamer über einen Flur bewegen, dass Zitronenreinigergeruch zu einem erhöhten Putzfimmel führt (Teilnehmer entfernen mehr Zwiebackkrümel) oder dass auf Intellekt geprimte Personen bei Multiple-choice Fragen besser abschneiden.

 

Es steht also außer Frage, wie mächtig unser Unbewusstes auf uns und unsere Gedanken inklusive der Konsequenzen für uns wirkt. Gleichzeitig wird deutlich, dass man sehr wohl Einfluss auf sich selbst, aber auch auf das Unbewusste anderer Menschen nehmen kann. Aus diesem Grund macht es Sinn, Gedankenhygiene zu betreiben und darauf zu achten, wie man über etwas denkt bzw. mit welcher Einstellung wir Dinge angehen. Am Ende sind es doch die Gedanken, die unsere Befindlichkeit und unsere Ergebnisse bestimmen.

 

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